Kultusminister warnt vor ideologischem Einheitsschulkonzept
Busemann: „Programm der hessischen SPD liest sich erschreckend“
"Was die hessischen Genossen da vorgelegt haben, liest sich erschreckend. Statt Schule als Bildungsangebot für unterschiedliche Schülerinnen und Schüler zu denken, legen sie ein ideologisch geprägtes Einheitsschulkonzept vor", hat der Niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann sich heute in Hannover besorgt zum kürzlich vorgelegten Programmentwurf der SPD in Hessen im Bereich der Schulpolitik geäußert. "Ich hoffe und erwarte, dass bei uns in Niedersachsen die SPD vernünftig genug ist, mehr Rücksicht auf die gut funktionierenden bestehenden Strukturen und die Wünsche der Eltern zu nehmen", sagte Busemann.
Es sei unverantwortlich, wenn nicht nur die Gymnasien, sondern auch die Förderschulen zu Gunsten eines kaum durchdachten "Hauses der Bildung" ohne äußere Differenzierung abgeschafft werden sollten. "Ebenfalls abgeschafft werden sollen nach diesem Programm offenbar die Richtlinien zur Klassenbildung und zur Unterrichtsversorgung. Es kann doch wohl nicht sein, dass in Hessen künftig Lehrerstunden mehr oder weniger willkürlich verteilt werden sollen. Der Staat muss seine Verantwortung wahrnehmen und insbesondere in einem Flächenland eine ausgeglichene Unterrichtsversorgung gewährleisten", warnte Busemann. Ebenso problematisch sei die mit allen Gesamt- oder Einheitsschulsystemen einhergehende Zentralisierung der Schulstandorte mit gigantischen Folgekosten für Schulträger und Land.
"Die niedersächsische Landesregierung steht für ein modernes, begabungsgerechtes und wohnortnahes Schulsystem. Die hessische Strukturdebatte sollten wir uns nicht aufzwingen lassen", so Busemann abschließend.
Artikel-Informationen
erstellt am:
01.03.2010
Ansprechpartner/in:
Stefan Muhle
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