Kultusminister und Landesbischöfin unterzeichnen Vereinbarung
Busemann: “Kirchliche Schulen bereichern das Schulsystem“
"Mit der heutigen Vereinbarung wird ein den Evangelischen Landeskirchen schon auf der Grundlage des Loccumer Vertrages eingeräumtes Recht jetzt mit Leben ausgefüllt. Ich freue mich darüber, dass die Evangelisch-lutherische Landeskirche mit der heutigen Unterschrift ihr Engagement für ein vielfältiges und reichhaltiges Bildungsangebot in Niedersachsen ausweitet und Schulen in ihre Trägerschaft übernimmt oder auch errichtet", sagte der Niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann heute anlässlich der gemeinsamen Unterzeichnung einer Vereinbarung gemeinsam mit Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann.
Hintergrund: Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers war an das Niedersächsische Kultusministerium herangetreten mit der Bitte, für von ihr beabsichtigte Gründungen von Schulen in ihrer Trägerschaft bessere finanzielle Rahmenbedingungen zu ermöglichen. Die Vereinbarung sieht vor, dass für vier Schulen in landeskirchlicher Trägerschaft an einvernehmlich mit dem Land festzulegenden Standorten die Personalkosten nach den Vorgaben für Konkordatsschulen erstattet werden und an diese Schule Bedienstete des Landes mit Bezügen beurlaubt werden können, so wie es auch bei den katholischen Konkordatsschulen möglich ist. Es erfolgt jedoch keine Bezuschussung der Sachkosten.
Landesbischöfin Käßmann verwies auf die evangelische Tradition, den christlichen Glauben an die nachwachsende Generation als Orientierung und Verwurzelung weiterzugeben. "Bildung im umfassenden Sinn für den ganzen Menschen, ja Herzensbildung, das wollen wir an vier Modellschulen neben Dassel und dem Andreanum in Hildesheim exemplarisch zeigen, ohne damit andere Schulen zu gefährden", sagte Käßmann und dankte allen, die sich im Bereich der Landeskirche und beim Land Niedersachsen dafür eingesetzt hatten.
"Schulen in freier Trägerschaft sind eine enorme Bereicherung für unser Bildungsangebot und damit für unsere Schülerinnen und Schüler. Ich bin mir sicher, dass die neuen Schulen in Trägerschaft der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers nahtlos an die gute Arbeit der anderen schon bestehenden Schulen anknüpfen und vor Ort hervorragende Arbeit leisten werden", betonte Busemann.
Die Vereinbarung zwischen der Landesregierung und der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers bedürfe noch der Zustimmung durch den Niedersächsischen Landtag. "Das Zustimmungsgesetz soll zeitgleich mit der Reform der Finanzhilfe für Schulen in freier Trägerschaft, die neben Systemverbesserungen zu einer Erhöhung von etwa 10,5 Millionen Euro je Schuljahr führen wird, verabschiedet werden", so Busemann abschließend.
Artikel-Informationen
erstellt am:
01.03.2010
Ansprechpartner/in:
Stefan Muhle
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